A. F. E. e.V

FE in Beratung und Krisenhilfe

Beratung, Mediation und Coaching sollen in unterschiedlicher Weise dazu beitragen, Hilfe zur Selbstentwicklung zu leisten. Funktionelle Entspannung kann in Beratungsprozessen dadurch hilfreich sein, dass sie die kognitive, emotionale und körpersprachliche Ebene verknüpft und unbewusste Prozesse einbezieht. Durch die körperorientierte ganzheitliche Wahrnehmung und Hilfe können Atmosphäre und Kommunikation positiv beeinflusst werden, sodass oft ein neuer Zugang zu Problemen entsteht.

Ein innerer Dialog mit sich selbst bzw. dem eigenen Körper stellt die Basis der Methode dar; er wird über „Spielregeln“ vermittelt. Der Dialog zwischen den Gesprächspartnern verändert sich durch eine bewusst erlebte körperliche Resonanz. Sie bezieht auch die körpersprachliche Kommunikation ein, die im Alltag überwiegend unbewusst gesteuert ist.

Der Einsatz der Funktionellen Entspannung erfolgt oft über kurze Interventionen. Zum Beispiel kann beim Erleben von Druck und Anspannung die körperliche Erfahrung von Halt in Form von „Sich-Zurücklehnen“ und „Durchatmen“ zu einem Gefühl von Sicherheit und Vertrauen beitragen. Bei längeren Beratungssequenzen kann eine dem therapeutischen Prozess vergleichbare Dynamik entstehen, bei der die Entwicklung der körperlichen Selbstregulation und der Selbstfürsorge im Vordergrund steht.

Der körperliche Zugang zu unbewussten Gefühlen hilft beispielsweise beim Verständnis komplexer Beziehungsprobleme. Er erfolgt über körperliche Empfindungen und Signale, die emotionale Prozesse begleiten. Ein verbaler Austausch macht Erfahrungen bewusst. Das mit Funktioneller Entspannung vermittelte Innehalten beim körperlichen Spüren stellt eine Form von „Selbst-Besinnung“ dar. Sie ermöglicht eine innere Abgrenzung von emotionalen Verwicklungen und die Wahrnehmung der eigenen tieferen Gefühle. Dadurch wird die Empathie-Fähigkeit verbessert, und es werden neue Lösungsansätze für Konflikte möglich. Auch für Entscheidungen, die oft im Mittelpunkt einer Beratung stehen, ist der Zugang zu Gefühlen über Körpersignale („Bauchgefühl“) wichtig, weil darüber der Zugang zu verborgenen Motiven, Wünschen und Ängsten gelingt. Diese können dann bewusst reflektiert und gegebenenfalls in biographische Zusammenhänge eingeordnet werden.

Die eigene körperliche Selbstwahrnehmung und -regulation unterstützt den/die BeraterIn hinsichtlich Diagnostik und Verbesserung des emotionalen Kontakts, dient aber auch dem Selbstschutz. Vor allem beim Umgang mit traumatischen Ereignissen, wie zum Beispiel in der Krisenhilfe, kann dies notwendig werden. Dem Beratenden werden mit Funktioneller Entspannung konkrete Hilfen zur Selbstregulation und Selbstfürsorge angeboten und damit seine Autonomie-Impulse unterstützt. Auf diese Weise wird ressourcenorientiert Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten vermittelt, wodurch Überforderungen und Krisen gemeistert werden können. So eröffnen sich mit Hilfe der Funktionellen Entspannung in Beratungssituationen neue Perspektiven für Konfliktlösungen, Entscheidungsprozesse und persönliche Veränderungen.