36. Jahrestagung der A.F.E. – 05. / 06. 11. 2021 – online Tagung

Zwischenleiblichkeit
mit Funktioneller Entspannung erfahren und gestalten
– online zwischen Experimentierfreude und Trauer –

online Tagung | 05. und 06. November 2021
„La Danza de la Luz“ | Angeles Nieto

Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Zwischenleiblichkeit ist ein ursprüngliches menschliches Erleben und die Grundlage für die Entwicklung von Beziehung. Nonverbal verständigen sich unsere Körper miteinander in Sekundenschnelle über alle Sinneskanäle, und es kommt zu Abstimmungen, Resonanzvorgängen und Synchronisationen. Diese Kommunikation findet überwiegend intuitiv und unbewusst statt; ihr Medium ist die Körpersprache, über die Stimmungen, Gefühle und Bedürfnisse vermittelt werden. Im Kontakt zum*zur Anderen erleben wir uns zum Beispiel „berührt“, „warm ums Herz“, „gelähmt“ oder „beflügelt“. Marianne Fuchs sprach von „lebendig machender Gegenseitigkeit“.

Während der Vorbereitung unserer Tagung hat das Thema durch die Corona-Pandemie unerwartete Aktualität erhalten; wir mussten aus Rücksicht aufeinander Abstand halten und haben dabei leibhaftig erfahren, wie sehr wir auf mitmenschliche Zuwendung und Austausch angewiesen sind. Die psychischen Folgen der Krise werden in die Tagung einfließen.

Mit Funktioneller Entspannung (FE) können wir spüren, was der*die Andere auslöst und was das Eigene bleibt. Indem wir gemeinsam den zwischenleiblichen Raum gestalten, verändern wir uns und etwas ungeplantes Neues kann entstehen. Der Körper ist dabei nicht nur wechselseitig Resonanzorgan, sondern auch Ort selbstregulativer und transformativer Prozesse, die Entwicklung ermöglichen.

Bei der Tagung sollen die besonderen Möglichkeiten der FE im Mittelpunkt stehen. Durch die pandemiebedingte Notwendigkeit, dies nun virtuell zu realisieren, ist es eine besondere Herausforderung, in Plenum und Kleingruppen Raum für lebendige zwischenleibliche Erfahrungen zu schaffen. Wir bewegen uns dabei zwischen Experimentierfreude und Trauer.

In den Vorträgen wird ein Bogen gespannt von den phänomenologischen Konzepten zu Resonanz und Gefühlen bis zu den pränatalen Erfahrungen von Zwischenleiblichkeit und weiter zur Integration der Leibebene in die pädagogische und therapeutische Haltung bei der Arbeit mit Kindern.

In den Workshops wenden wir uns verschiedenen Aspekten der Zwischenleiblichkeit mit den Kern-Kompetenzen der FE zu: Arbeit mit Berührung, auftauchenden Impulsen, Halt und Grenzen, dem Rhythmus und der Entspannung der therapeutischen Funktion.

Wir freuen uns auf Ihre/Eure Teilnahme!
Sabine Buntfuss – Ingrid Herholz – Verena Lauffer – Ute Martens

The Blue | Yvonne Zomerdijk

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