Vergangene Jahrestagungen

33. Jahrestagung - November 2018
Selbstoptimierung
Über den Umgang mit dem Körper in Zeiten der Effizienzsteigerung

Das Programmheft zum Download

Selbstoptimierung – geht es dabei um die als lustvoll, attraktiv und motivierend wahrgenommene Möglichkeit, Selbstwirksamkeit zu spüren oder um die eher als Zwang erlebte Forderung nach Anpassung an äußere Normen, denen die oder der Einzelne nicht zu genügen glaubt oder auch nie genügen kann? Geht es um den Wunsch nach sozialer Anerkennung und „Dazugehören“ oder um das möglichst effiziente Bestehen im Konkurrenzkampf? Ständig besser werden zu müssen oder zu wollen, versetzt den Menschen in eine Daueranspannung.

Der Körper steht bei den Selbstoptimierungspraktiken zwar im Zentrum, aber als ein „Vermessener“, d.h. ein vom eigenen Erleben entfremdeter Körper, der wie eine Maschine immer perfekter funktionieren soll. Körperfunktionen, die normalerweise nicht unmittelbar wahrnehmbar sind, können selbst im Sinne eines „Quantified Self “ überprüft werden. Dies bedeutet den Ersatz der verkörperten Selbstwahrnehmung durch Messwerte, die gezählt, verglichen und ausgewertet werden.

Im Rahmen der A.F.E. – Jahrestagung wollen wir dieses aktuell sehr kontrovers diskutierte Thema unter verschiedenen Aspekten beleuchten. Dabei wollen wir gesellschaftliche Faktoren sowie Unterschiede im Umgang mit Druck auf den weiblichen und den männlichen Körper aufzeigen.

Das Ziel unserer Tagung ist die Eröffnung eines offenen Diskussionsraums, unter dem Blickwinkel, wie Körperpsychotherapie, besonders eine körperwahrnehmungsfokussierte wie die Funktionelle Entspannung (FE), dazu beitragen kann, narzisstisch-selbstdestruktiven Tendenzen entgegenzuwirken, um einen freundlichen, körperbezogenen Selbst – Zugang zu ermöglichen.

32. Jahrestagung - November 2017 
Das Fremde in uns 
Chancen der Körperpsychotherapie bei der Integration traumatisierter Menschen

Das Programm “Das Fremde in uns” als Download (pdf)

Der Anfang unseres Lebens ist verbunden mit existenzieller Fremdheit: Wir müssen nach der Geburt atmen und essen, fremde und laute Stimmen ertragen, das Licht, die fremde Umgebung, unser eigener Körper mit seinen starken Bedürfnissen – alles macht Angst.

Sind wir willkommen und werden liebevoll behandelt, wandelt sich die Fremdheit allmählich in Vertrauen.
Den wichtigen Bindungspersonen gegenüber dürfen wir Trauer und Wut zeigen, ohne Angst, sie zu verlieren.

Durften wir das Willkommensein und die Erfüllung elementarer Bedürfnisse in der frühesten Lebenszeit nicht erleben, neigen wir in  Belastungssituationen dazu, den Bezug zu unserem Körper zu verlieren: Wir spüren uns nicht mehr, werden ängstlich und skeptisch gegenüber allem „Fremden“ – das Fremde ist in uns …

Die aktuelle Migrationssituation konfrontiert uns mit dem Fremden, mit Menschen, die unsere Hilfe brauchen, deren Sprache und Kultur wir nicht verstehen. In der existenziellen Angst der Geflüchteten – die ganz ähnlich ist, wie unsere zu Beginn des Lebens – wird unsere eigene Fremdheit uns selbst und unserem Körper gegenüber schmerzhaft wachgerufen.

Bei dieser Tagung wird es um die Frage gehen: Wie kann Körperpsychotherapie eine Chance sein, sowohl den traumatisierten, geflüchteten Menschen adäquat zu helfen, als auch den oft sekundär traumatisierten und an Kommunikationsproblemen leidenden Flüchtlingshelfern, als auch anderen Traumatisierten – und nicht zuletzt uns selbst – die wir uns und den anderen so oft fremd sind …

31. Jahrestagung - November 2016
Dem Schmerz entspannt begegnen
Funktionelle Entspannung (FE) in der Schmerztherapie

Dem Schmerz entspannt begegnen Funtionelle Entspannung (FE) in der Schmerztherapie (pdf)

Das Programm Die Bedeutung von Schmerzen hat in unserer Gesellschaft in den zurückliegenden Jahrzehnten rasant zugenommen. Der Umgang mit Akutschmerzen und chronischen Schmerzerkrankungen hat sich komplett gewandelt.  Es steht inzwischen außer Frage, dass ihnen nur mit biopsychosozialen Therapiekonzepten in fachübergreifender Zusammenarbeit zufriedenstellend begegnet werden kann.

Die Funktionelle Entspannung (FE) wird seit Jahrzehnten erfolgreich zur Behandlung und Prävention von Schmerzen bei Kindern und Erwachsenen eingesetzt. Als körperorientiertes und gleichzeitig dialogisches Verfahren ermöglicht sie die Förderung von Selbstwahrnehmung und Spannungsregulation, sie ist ressourcen- und lösungsorientiert.

Auf der Jahrestagung 2016 wollen wir uns mit den vielfältigen Möglichkeiten der Funktionellen Entspannung auseinandersetzen und diskutieren, welchen Platz sie in der Schmerzbehandlung einnehmen kann. Ausgehend von einem Vortrag über die aktuellen Grundlagen moderner Schmerztherapie werden wir uns mit dem Wissen beschäftigen, das in der FE nicht nur über Behandlung, sondern auch über Prävention von Schmerzen vorhanden ist, und dem in den Workshops ausführlich nachspüren. Darüberhinaus wollen wir Möglichkeiten der Integration und des Zusammenspiels mit anderen Fachrichtungen FE-gemäß erarbeiten.