
Am 21. Januar diesen Jahres ist das dienstälteste Mitglied der A.F.E. im Alter von Einhundertzweieinhalb Jahren verstorben. Gabriele Janz, erste Schülerin von Marianne Fuchs, Mitbegründerin der A.F.E. (ehemals AFOT), Lehrbeauftragte, jahrzehntelanges Mitglied des Weiterbildungsausschusses, Ehrenmitglied der A.F.E. und letzte Grand Dame der ersten Stunde.
1923 in Hamburg geboren, behütet und glücklich aufgewachsen, fand sie ihren Weg über die Krankengymnastik in die Medizin, lernte Marianne Fuchs in Heidelberg kennen und wurde ihre erste Schülerin. Sie arbeitete dann als freie Mitarbeiterin bei Alexander Mitscherlich.
Nicht nur die Methode sondern auch ihre Persönlichkeit war es, die die FE für so viele interessant machte. Ihre natürliche Eleganz und ihre ganz eigene Art, Menschen die FE nahezubringen und von deren Wirksamkeit zu überzeugen, hat Patient*innen, Ärzt*innen und uns Berliner FE-lerinnen gleichermaßen in den Bann gezogen. Von dieser Frau konnte man was lernen ! Konnte man viel lernen.
Innerhalb der A.F.E. hatte sie sich der Didaktik verschrieben, in Berlin vertrat sie die sogenannte „Janz´sche Schule“. Dabei war sie durchaus auch streng, die Berliner*innen können ein Lied davon singen und sind doch so froh darum, denn sie haben ihr Handwerk gelernt. Ihre hanseatische Klarheit und Hartnäckigkeit war manchen in der A.F.E. nicht immer angenehm, aber wenn Gabriele von etwas überzeugt war, dann ließ sie nicht locker. Sie hatte den Anspruch, die FE nach Marianne Fuchs zu bewahren. So wichtig war ihr die Weiterbildung, daß sie sich lange und noch bis zum 80. Lebensjahr im Weiterbildungsausschuß der A.F.E. engagierte.
2017 verstarb ihr Mann, nach 70 Jahren Ehe. Danach lebte sie bis zu ihrem 98. Lebensjahr alleine in ihrem großen schönen Haus, begann sich aber schon sehr langsam sich aus der Welt zurück zu ziehen.
Gabriele Janz war Leib gewordene FE.
Ihr stets „mit sich tun“ ließ sie geistig wach, neugierig, offen und lernfähig sein, bewahrte sie aber leider nicht davor, ab Mitte 90 an Demenz zu erkranken. Aber auch in der Demenz hatte sie immer ein Stapel Zeitungen und Bücher auf ihrem Tisch, in denen sie blätterte. Ihre Lieblingszeitschrift war „Sinn und Form“. Bis vor kurzem war sie auch in der Lage, Gespräche mit Besucher*innen zu führen und sich nach ihrem Leben zu erkundigen.
In den letzten Jahren wiederholte sie lachend immer wieder „Ich war noch nie krank“, was im Großen und Ganzen stimmte. Ein Oberschenkehalsbruch zählte für Gabriele nicht als Krankheit. Dank ihrer Zielstrebigkeit und unermüdlichem „mit sich tun“ hat sie dieses, für manche alte Menschen, desaströses Ereignis gänzlich überwunden. Sie hat sogar in der Reha mit ihren Mitpatienten FE gemacht!

Sie blieb bis zuletzt bescheiden, humorvoll und zufrieden, die FE war eine wolkige Erinnerung, „da war doch was“. Nach turbulenten Tage während des mehrtägigen Stromausfalls in Berlin und einem leichten Schlaganfall, ist sie am 21. Januar 2026 friedlich eingeschlA.F.E.n.
Ursula Bartholomew
Zum 100. Geburtstag von Gabriele Janz verfassten Schülerinnen von ihr eine Schrift für sie.

